Sprachsalz 2010 – Rainer Wieczorek

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Sprachsalz
  • 17_rainer_wieczorek_2011_06_13
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Rainer Wieczorek lebt in Darmstadt.

Nachdem ich den ersten Band seiner bei Dittrich Berlin erscheinenden Künstler-Trilogie Zweite Stimme / Eine Künstlernovelle gelesen habe (der Schriftsetzer Baumeister lernt den Spaziergangsforscher Skala kennen, welcher Wolken auf Flaschen zieht, die Landschaft belauscht, das Gras wachsen hört und wird zu Skalas Archivar; und natürlich war ich von der Figur des Künstlers und Spaziergangsforschers augenblicklich angetan „In Skalas Zimmer knispelte es aus einem Lautsprecher. „Das sind sie.“ „So klingen Ameisen.“ „Wenn man sie sehr laut stellt.“), freute ich mich bereits auf den zweiten Teil, die Tuba-Novelle.

Das Buch erschien (im Frühjahrsprogramm 2010), und wenige Tage später hatte ich bereits die letzte Seite gelesen und das Buch schließend, stand mein Entschluss fest: Dem Sprachsalzpublikum darfst du dieses Lesevergnügen keinesfalls vorenthalten. Ein neunmonatiges Stipendium ermöglicht dem Protagonisten in dieser Novelle ein Essay über Becketts Schreib-Refugium (in Ussy-sur-Marne) zu verfassen. Die Arbeit, das Schreiben versiegt jäh, nachdem im Haus gegenüber (im Spanischen Haus) ein Tubaspieler sein tägliches Übungspensum aufnimmt. Vor Becketts Garten hatte Monsieur Horviller eine Jagdhütte zu bauen begonnen, und Becketts Schreibhemmungen feierten dort in dem kleinen Landhaus wahre Triumphe. Und dieser Tubist bringt aber darüber hinaus noch Einiges zum Schwingen in dem Protagonisten. Das sich Auseinandersetzen mit dem Übenden führt den Erzähler immer näher zu Beckett und zu seinem Thema als Essayisten. „Eine Posaune? Nein, es waren tiefere, sanftere, grundlegendere Töne, die jetzt in sein Arbeitszimmer drangen. Er stand auf, öffnete das Fenster, öffnete beide Fenster, horchte.” Öffnen auch Sie alle Ihre Gehör-Fenster.

Die in die Novelle eingearbeiteten Notensequenzen (Übungssequenzen) wird der Tubaspieler Herbert Schrattenthaler umsetzen und somit nicht nur den sozusagen wortwörtlichen Teil dieses Buches hörbar werden lassen. Ein weiteres Mal lassen wir Sie dergestalt an einer etwas anderen Literaturerfahrung teilhaben. (heinz d. heisl)

Bücher: Tuba Novelle Roman 2010; Zweite Stimme Roman 2009 beide Dittrich Verlag Berlin.

Website: www.rainer-wieczorek.de

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